Rezension – Lucy (Film)

In Deutschland läuft er noch nicht, in den USA ist er am 25.7.2014 ins Kino gekommen – „Lucy“. Wer Scarlett Johansson, Morgan Freeman und/oder Actionstreifen mag, wird schon davon gehört haben.
Kurz zusammengefasst handelt der Film von einer jungen Frau namens Lucy, die gezwungenermaßen als Drogenkurier fungiert. Besagte Drogen sind natürlich nicht in einem Koffer, im Schuh oder ähnlichem versteckt, sondern in einer Plastiktüte in ihrem Bauch, die aufreißt, sodass sich das Mittel in ihrem Körper verteilt. Dadurch ist es ihr plötzlich möglich, immer mehr Kapazitäten ihres Gehirns aktiv zu nutzen, was ihr „übermenschliche“ Kräfte verleiht. Davon geschockt tritt sie mit einem Professor in Kontakt, der genau über dieses Phänomen seit Jahren Theorien aufstellt und forscht. Zusammen versuchen sie, eine Lösung für und Antworten auf Lucys Zustand zu finden. Dazu gibt es natürlich noch eine Menge Bösewichte (Drogen in den Bauch einnähen – das tun nette Menschen nicht), Schießereien und eine Art Liebe.

Da ich zur Premiere noch in den USA war, habe ich den Film schon am ersten Tag im Kino gesehen. Wahrscheinlich bin ich zu verwöhnt von Black Widow aus den Marvelfilmen, denn „Lucy“ hat meine Erwartungen nicht ganz erfüllen können. An Scarlett Johansson liegt das nicht – sie spielt Lucy sehr überzeugend. Auch Morgan Freeman und die anderen Schauspieler verkörpern ihre Rollen gut. Trotzdem wirkt die Geschichte ein wenig flach und vorhersehbar. Positiv hervorgehoben werden muss allerdings die Frage, die der Film mehr oder weniger deutlich stellt: Was macht einen Menschen menschlich? Sind unsere Emotionen und Empfindungen ein Zeichen von Schwäche und Unterlegenheit? Und warum halten wir uns für so perfekt, wenn unser Körper doch viel mehr könnte?
„Lucy“ beantwortet diese Fragen nicht. Wer auch nur eine Sekunde darüber nachdenkt, weiß, dass dies nicht in einem Film möglich wäre.

Nachdem ich diese 89 Minuten Film gesehen hatte, stellte ich mir auch die Frage, ob Perfektionismus der richtige Weg zum richtigen Ziel ist. „Lucy“ ist ein Denkanstoß, der gut unterhält und geniale Ideen beinhaltet. Wer sich von Black Widow frei machen kann, darf sich diesen Film nicht entgehen lassen.

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2 Kommentare

  1. „…,ob Perfektionismus der richtige Weg zum richtigen Ziel ist.“

    Nein. Wenn du mich fragst. Und trotzdem sind wir einfach so gepolt, immer zu versuchen mehr zu erreichen. Ganz davon ab, dass heutige Chefs es gefühlt schon voraus setzen, perfekt zu sein…

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