Workshop zur Finanzkrise – Ich will nicht die USA sein!

In der Schule habe ich genau ein Fach, das ich wirklich und ehrlich interessant finde und für das ich gerne lerne, denn ich sehe den Sinn dahinter – SoWi! Von vielen aus ganzem Herzen gehasst habe ich meistens einfach Spaß daran. Mein Kursprogramm ist einmalig in NRW, unser Lehrer selber mehr Ökonom als Lehrer und wir beschäftigen uns eher mit Wirtschaft als mit Sozialwissenschaften wie sie im normalen Unterricht behandelt werden. Dadurch, dass wir viele (mehr oder weniger) aktuelle Themen und wahre Begebenheiten aufgreifen, ist der Stoff realitätsnah… nicht so wie in den meisten anderen Fächern *einschlaf*.
Das Beste an diesem Kurs sind die Exkursionen. Letzte Woche wurden wir beispielsweise zwei Tage vom Unterricht befreit, um an einem Workshop zur Finanzkrise teilzunehmen. Gesponsert von einer Stiftung saßen wir mit etwa 50 Leuten im Stiftungsgebäude und durften uns an Planspielen beteiligen oder Stationen bearbeiten, während zwei Workshopleiter, eine Frau, die offensichtlich nicht drogenfrei 48 Stunden durchhält, und ein Mann mit einer Stimme wie Detlef D Soost (schreibt man den so?) versuchten, uns anzuleiten.
Erster Tag: Aktienmarkt und Stationenlernen. Das erste war ein Planspiel, bei dem wir in 12 Gruppen unterteilt mit Aktien handeln durften, relativ realistisch mit Newsticker und stetig erneuerten Aktienkursen. Letztendlich waren fast alle insolvent. Man hat uns ins Messer laufen lassen. Klar, Finanzkrise. Die Stationen waren eher langweilig, man hatte einige Tests von „Quarks und Co“ (meine ich) herausgesucht und per Beamer auf eine Wand projiziert und wir durften Antworten geben. Yay.
Tag Zwei war interessanter, er bestand nur aus einem einzigen Planspiel, in dem wir in drei Gruppen unterteilt je ein Land darstellen mussten, jedes mit einer Regierung, Bankensektor, Unternehmen und Gewerkschaften, die sich über irgendwelche Probleme einig werden mussten. Einziges Problem: Keiner von uns durfte wirklich eigenständig denken. Jeder hatte Vorgaben, für was er eintreten musste. Und niemand hat das einsehen wollen, denn es gab nichts offensichtlicheres als dass wir total untergehen würden. Mein Land entsprach überdeutlich den USA. Wir mussten hoch pokern und dann kein Geld mehr haben, und genau das zu wissen hat so gut wie jedem den Spaß etwas genommen. So steuerten wir mit wehenden Fahnen in die Pleite und konnten nichts tun, es tat schon weh… irgendwo jedenfalls, Spiel ist Spiel. Letztendlich haben wir uns mit unserem Land dafür entschieden, einfach immer weiter zu investieren, die Krise zu ignorieren und die Wirtschaft anzutreiben. Konnte ja nur besser werden!

Trotz diesem Entzug von freiem Willen würde ich immer wieder an Workshops teilnehmen. Ist ja doch besser als Mathe und Physik. ;)

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