Blogparade: Was zeichnet die Führungskraft der Zukunft aus?

netmedia.de veranstaltet eine Blogparade, in der man seine Meinung zur optimalen Führungskraft der Zukunft zum Besten geben soll:

  1. Stelle Dich kurz vor: Wer bist Du? Was machst Du? Aus welcher Perspektive schreibst Du? Und was reizt Dich daran an der Blogparade mitzumachen?
  2. Welche persönlichen Situationen (z.B. aus Deinem Arbeitsumfeld) wurden als sehr motivierend, welche als sehr demotivierend empfunden?
  3. Wie wichtig sind Dir Belohnungen wie Karriere, Geld und Auto, etc.?
  4. Wie kann Dich Deine Führungskraft motivieren? Z. B. um neue Ideen einzureichen, um neue Projekte anzugehen oder um Dich weiter zu bilden? Kann sie es überhaupt?
  5. Welche Rolle muss die Führungskraft einnehmen / was kann sie tun, um die Unternehmenskultur positiv zu beeinflussen?
  6. Was sollten Führungskräfte aus Deiner Sicht von sozialen Netzwerken im Internet unbedingt lernen?

Zu mir: Ich bin die Karla ;), 15 Jahre alt, Schülerin eines Gymnasiums und mache hier mit, weil ich mir für die Zukunft gute und kompetente Chefs wünsche. Und wer weiß, vielleicht ist einer von denen ja unter den Lesern? ^^

Als mein „Arbeitsumfeld“ nehme ich einfach mal die Schule bzw. die Buchhandlung, in der ich mal ein Praktikum gemacht habe (nur so am Rande – das ist nicht zu empfehlen), einige der Situationen lassen sich sicherlich auf den „normalen“ Arbeitsalltag übertragen.

Als motivierend empfinde ich es persönlich immer, wenn das, was ich mir ausgedacht habe, funktioniert bzw. richtig ist, egal, ob nun ich allein oder eine Gruppe das Lob dafür bekommt, solange mir bewusst ist, dass dieser Erfolg mir zu verdanken ist.

Demotivierend sind gewisse Reden, die unsere Lehrer gerne und oft halten und die jeder kennen dürfte (á la „…und dann kommt noch dies, und dann kommt noch das, und das alles wird viiiieeel schwieriger als alles, was ihr bisher gemacht habt.“) Super. Uns allen ist bewusst, dass der Stoff schwieriger wird, aber es ständig unter die Nase gehalten zu bekommen, weckt bei einigen nur den Drang, langsamer zu arbeiten, um bei dem machbaren Stoff zu bleiben. Ebenfalls schrecklich ist unsere Lehrerin für Biologie. Von ihr hören wir jede Stunde, dass wer in Biologie nichts auf die Reihe bekommt auch im Studium und im Arbeitsleben nichts erreichen wird. Natürlich sind Mitosen nicht das, was in jedem Fachgebiet benötigt wird, aber wöchentlich seine misslungene Zukunft prophezeit zu bekommen, ist alles andere als motivierend.

Wir bekommen von der Schule natürlich kein Geld und keine Autos, aber manchmal sind die Lehrer so nett uns eine Freiarbeitsstunde, Filme oder Hausaufgabenfrei anzubieten, wobei mir letzteres am liebsten ist. Weil: Am „Arbeitsplatz“ will ich meinen Job machen, meine Freizeit will ich selbst gestalten. Das wird leider durch die Hausaufgaben oft eingeschränkt. Wir alle haben verschiedene Hobbys und freiere Freizeitgestaltung ist aus meiner Sicht eine bessere Belohnung als z.B. ein Film, den man sich sonst nie angesehen hätte.

Können Lehrer motivieren? Die meisten ganz klar nicht. Aber einige haben glücklicherweise ein Talent dafür, sich in soweit an ihre eigene Schulzeit zu erinnern, als dass sie verstehen, wie sich Schüler fühlen. Wenn sie dann noch überzeugend mitteilen können, wo der Nutzen eines bestimmten Themas liegt, bin ich meist um einiges motiverter als wenn ich davon ausgehen würde, dass ich den Stoff nach dem nächsten Test eh wieder vergessen kann. Soll heißen, eine Führungsperson sollte nicht von oben herab sondern aus der Mitte des Teams heraus vorgehen und nicht den Eindruck erwecken, die Mitarbeiter würden ein Projekt nur zum Nutzen ihres Vorgesetzen erarbeiten.

Wie schon gesagt sollte eine Führungskraft mit den Mitarbeitern arbeiten und sie nicht von oben herab beherrschen. Sie sollte die Aufgaben klar verteilen und auch darauf achten, bei wem welche Talente liegen, anstatt wahllos mit Aufträgen um sich zu werfen. Läuft etwas schief, muss die Führungskraft unter Umständen auch Fehler eingestehen. Ein Chef sollte die Mitarbeiter kennen, zwar nicht ihr bester Freund sein, aber es sollte zumindest eine vertraute und vertrauenserweckende Atmosphäre herrschen. Eine Bekannte hat einmal von einem Grillfest, das ihr neuer Chef veranstaltet hat, erzählt. Er war den Mitarbeitern erst suspekt und die Arbeit ging nicht mehr voran, aber nach dem Fest lief alles besser und man kam gut mit einander aus. Das Team stärken, you know?

Das Leben verläuft immer mehr online, das sollte mittlerweile bekannt sein. Was Führungskräfte von ihnen unbedingt lernen sollten? Dass sie omnipresent aber abschaltbar sein sollen. Ein Chef, der immer für einen da ist, aber sich nicht aufdrängt – das wärs doch.

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3 Kommentare

  1. Hallo Karla,

    hab vielen Dank für Deinen Beitrag! Die Frage aus der Sicht einer Schülerin zu beantworten und dies in die Arbeitswelt zu übertragen finde ich großartig. Ich bin beeindruckt, wie selbstreflektiert Du Dir über Motivation bereits Gedanken gemacht hast und wie gut, dass Du es aufgeschrieben hast. Ich finde nämlich, das sollen viele lesen, denn Du bist aus der Generation, die die Arbeitswelt der Zukunft prägen wird :-)

    Viele Grüße und nochmals danke
    Bianca (von den netmedianern)

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